Wasserqualität

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Wasserqualität in NRW – wie ist die Wasserversorgung organisiert?

Das Bundesland NRW wird mit hervorragender Wasserqualität versorgt. Von der Trinkwasserverordnung (TrinkwV 2001) werden sämtliche chemische und mikrobiologische Parameter für die Wasserqualität vorgegeben, die eingehalten werden müssen. Insgesamt wird die Wasserversorgung in NRW über 431 Wasserversorgungsunternehmen sichergestellt. Rund 95 % der dortigen Bevölkerung ist an die öffentliche Wasserversorgung angeschlossen. Das Wasser in NRW wird in ca. 580 Wasserwerken aufbereitet, die wiederum von knapp 1.000 Wassergewinnungsanlagen gespeist werden. Mit einer Grund- und Quellwassergewinnung von 45 % für die Trinkwasserversorgung liegt NRW deutlich unter dem bundesweiten Durchschnitt von 76 %. Weitere 23,9 % werden hier aus angereichertem Grundwasser, 14,6 % aus Uferfiltrat und 16,9 % aus Oberflächenwasser gewonnen[1].

Wasserschutzgebiete schützen die Wasserqualität in NRW.

In NRW gibt es eine Vielzahl an ausgewiesenen Trinkwasserschutzgebieten, um die Wasserqualität sicherzustellen. Insgesamt 426 dieser Gebiete erreichen eine Gesamtfläche von 4.095 km² - das entspricht 12,01 % der Landesfläche. In Zukunft sind weitere 357 Wasserschutzgebiete geplant. Das würde eine Erweiterung der geschützten Fläche von 1.654 km² – also 4,85 % – bedeuten. Der Schutz von Oberflächengewässern und Grundwasser in NRW ist von zentraler Bedeutung, wenn die Aufbereitung der Wasserqualität auch für die nächsten Generationen noch bezahlbar sein soll. Doch nicht nur die Wasserqualität muss ständig kontrolliert werden, auch die Wassermenge ist entscheidend. Verschiedene Bodennutzungen haben eine langfristige Absenkung des Grundwasserspiegels zur Folge. Dies kann nicht nur einen Konflikt in der Wasserversorgung bedeuten – auch auf die Wasserqualität von Oberflächengewässern kann sich eine Grundwasserabsenkung negativ auswirken.

Regionale Gefahr für das Wasser in NRW – Folgen des Braunkohleabbaus

In NRW befindet sich die größte Braunkohlelagerstätte Europas. Seit dem 18. Jahrhundert wird in der Niederrheinischen Bucht im Städtedreieck Aachen, Bonn und Mönchengladbach Braunkohle abgebaut. Die Folgen für das Grundwasser und die Wasserqualität sind erheblich: Der gesamte Abbaubereich muss trocken gelegt werden. Diese Absenkung des Grundwasserspiegels reicht weit in die umliegenden Bereiche hinein, insbesondere in den oberen Grundwasserleitern. Beim Braunkohleabbau können zudem erhebliche Mengen an Säure, Eisen und Sulfat freigesetzt werden, die beim Wiederanstieg des Grundwasserpegels die Wasserqualität stark mindern[2]. Auch die Seen, die in den überdimensionalen Baugruben nach dem Abbau entstehen, beeinflussen deutlich den Wasserhaushalt der Umgebung. Gegenmaßnahmen werden ergriffen, um den Einfluss des Braunkohleabbaus im Rahmen zu halten. Das Wasser wird an ca. 10.800 Messstellen in NRW regelmäßig überwacht[3].

Altlasten in NRW – Sanierungen für die Wasserqualität

Jedes Bundesland in Deutschland erfasst in einer Statistik sämtliche Gefährdungen für Böden, die durch unterschiedlichste Bodennutzung entstehen bzw. entstanden sind. Die lange industrielle und bergbauliche Historie des Bundeslandes hat seine Spuren in den dortigen Böden hinterlassen. Doch nicht nur ehemalige Industrie- und Gewerbegrundstücke, auch Mülldeponien und sonstige Altlasten stellen eine ernst zu nehmende Gefahr für den Boden und somit auch für die Wasserqualität in NRW dar. Insgesamt sind 81.825 Altablagerungen gemeldet[4], hierunter gibt es allerdings auch noch nicht bewertete Fälle – sogenannte altlastverdächtige Flächen. 6.766 Sanierungen von Altlaststandorten und schädlichen Bodenveränderungen wurden bereits erfolgreich abgeschlossen oder sind noch in der Bearbeitung.

Referenzen: